Lernwörterstationen zum mehrkanaligen Trainieren

Vielleicht kennt ihr schon meine Ideen zum Lernwörtertraining, welches ich immer passend zum aktuellen Sachunterrichtsthema konzipiere? Nein? Dann findest du hier erst mal einen Artikel zu meinem grundlegenden Konzept im Deutschunterricht.

Ich stehe nach wie vor hinter dem Konzept, aber ich brauchte ein bisschen Abwechslung. Und die Kids auch. Da mein Referendar das Lernwörtertraining zum aktuellen Sachunterrichtsthema völlig alleine auf die Beine gestellt hat (Download folgt, versprochen!), hatte ich ein bisschen Kapazität um neue Aufgabenformate auszuprobieren.

Der Plan: Möglichst mehrkanaliges Lernen unterstützen. Konkret: viel Bewegung und spielerische Aufgaben.

Die Stationen:

  • Lernwörter-Hopsen: Lernwörter werden je nach Wortart unterschieden und die Kinder hüpfen auf verschiedenes farblich passendes Legematerial (z. B. Balance-Steine).
  • XXL-Tastatur: Wörter werden auf einer XXL Tastatur auf dem Boden nachgehüpft. Die Vorlagen für die Buchstaben befinden sich im Download. Ich habe sie mit matter Folie laminiert und anschließend auf ein Wachstischtuch geklebt. So ist die Tastatur transportierbar.
  • Lernwörter-Wirbel: Das Spiel ist an „Twister“ angelehnt. Je nach Wortart werden hier verschiedene Farbpunkte berührt. Mit welchem Körperteil entscheidet das Glücksrad (Vorlagen dafür sind im Download enthalten).
  • Lernwörterkreuze: Geht so ähnlich wie „Scrabble“, die Kids legen Lernwörter mit Buchstabensteine und versuchen diese möglichst oft zu kreuzen. Bei der Reflexion fragte ich, welche Wörter die Kids gelegt haben und an welcher Stelle, sie andere Wörter kreuzten. So rufen sie sich die Wortbilder noch einmal auf das innere Auge und prägen sich diese besser ein.
  • Lernwörter-Ebook: Mit der App „Bookcreator“ werden die Lernwörter in verschiedenen Schriften, Größen und Farben geschrieben.
  • Perlenschieben: Dazu habe ich transparente Dokumentenmappen in A5 genutzt, Wasserperlen in Wasser aufquellen lassen und dann laminierte Diktattext- bzw. Lernwörtervorlagen mit den Wasserperlen in die Dokumentenmappe gefüllt. Die Wasserperlen lassen sich beiseite schieben und dadurch werden Wörter und Sätze kurzzeitig sichtbar.
  • Lernwort-Kim-Spiel: 2 Varianten, aber 1 Prinzip: In der analogen Version legen die Kinder 10 Lernwörter auf den Tisch und ein Kind prägt sich alle Wörter gut ein. Dann schließt es die Augen und ein oder mehrere Lernwörterkarten werden entfernt. Das Kind errät, was fehlt und schreibt fehlende Wörter auswendig ins Heft. Anschließend wird kontrolliert. In der digitalen Variante habe ich dafür eine Präsentation erstellt, als Video gespeichert und lasse so die Wörter automatisch verschwinden. Wie das funktioniert, erzähle ich euch in einem separaten Post zu einem späteren Zeitpunkt.
  • Pop-It!: Zugegeben. Diese Pop-It-Silikonteile finde ich ja zum Davonlaufen. Stupide Art Kinder zu beschäftigen. Meines Erachtens eher in die Kategorie „sinnfrei“ einzuordnen. Landet vermutlich viel zu schnell irgendwo und schwappert als Plastikmüll in den Meeren umher. Die Tastatur gefällt mir allerdings ein bisschen 😉 und die Kids können die Lernwörter eintippen. Weil es sie nur als englisch-amerikanische Variante zu erwerben gibt, habe ich dadurch gleich ein paar Reflexionsanlässe. Beispiele: Welche Buchstaben sind vertauscht? Wie kann ich unsere Umlaute Ä, Ö und Ü schreiben, wenn sie nicht auf der Tastatur zu finden sind? Hättest du manche Buchstaben bei manchen Wörtern doppelt drücken müssen? Und welche waren das? Ahhh, das sind ja doppelte Konsonanten! Welche Lernwörter haben denn alles doppelte Konsonanten? usw.
  • Licht an!: Ich habe mit einem UV-Stift ein paar Lernwörter auf weiße Notizzettel geschrieben. Mit einer UV-Taschenlampe werden diese angestrahlt. Die Kids merken sich die Wörter und schreiben diese auf. So passierte es, dass ein Kind ein Wort rückwärts aufschrieb. Habe ich in der Reflexion aufgenommen: „Stell‘ dir das Wort „Dampf“ vor. Wie würde dass denn rückwärtsgesprochen heißen?“ –> „pfmaD!“ –> „Ah, ok! Also wenn du „pfmaD“ in deinem Heft stehen hast, dann weißt du, dass da was nicht stimmt, dann liest du es mal andersherum und schon wird ein „Dampf“ daraus!“ –> Kids lachen, Kids haben „Dampf“ im inneren Auge vor sich, läuft!
  • Lernwörter-Apps: Da sind Learning-Apps verlinkt, die den Kids noch den medialen Zugang gewährleisten. Denkleistung wird gefordert, aber Schreibarbeit erleichtert. Das könnte u. U. dezent motivieren 😉
  • Geheimschrift: Die Kids schreiben selbst Lernwörter mit UV-Stiften auf Notizzettel und überprüfen diese anschließend mit einer UV-Lampe. Leider gehen die Stifte, die ich damals gekauft habe, sehr schnell kaputt. Ich freue mich über Kauftipps in den Kommentaren 😉
  • Blitzdiktat: Die Kids entscheiden sich für eine Sanduhr und schreiben innerhalb der rinnenden Zeit so viele Lernwörter ab, wie möglich. Es zählen nur die richtig geschriebenen Wörter!
  • Tablet-Diktat: Satz für Satz können die Kids hier im eigenen Tempo schreiben. Wie das funktioniert liest du ganz ausführlich hier.
  • Unsinnssätze: Die Kinder lieben es Quatschsätze zu schreiben. Ich auch.
  • Im Eimer: In einem Eimer habe ich die 1000 getrocknete Erbsen von der Zahlenraumerweiterung weiterverwendet. Die Lernwörter verstecke ich darin.

Übrigens …

Ich habe die Fotos der Stationen genutzt und diese am Smartboard gezeigt. So konnte ich alle Stationen genau erklären und jeder konnte alles sehen. Es war dadurch sehr ruhig und die Erklärphase war deutlich kürzer. Auch bei der späteren Reflexion sind wir die Stationen anhand der Fotos noch einmal durchgegangen und jeder wusste, über was wir gerade sprechen. Dazu habe ich übrigens einfach mein iPhone mit dem AppleTV gekoppelt und gut. Zackzack. Keine aufwändige Präsentation etc.

Und hier kommt nun endlich das Downloadpaket:

bewegtes Lernen | Buchstabengasse | Diktat | integrativer Deutschunterricht | Lernwörtertraining | Medienbildung | mehrkanaliges Lernen | Rechtschreibung | Richtig schreiben

22 Gedanken zu „Lernwörterstationen zum mehrkanaligen Trainieren“

    1. Wow, so tolle Ideen! Vielen lieben Dank dafür! Da werde ich sicherlich nach meiner Elternzeit einiges ausprobieren (bis dahin darf mein Mann schon Mal mit seiner Klasse testen).

      1. Für Zuhause ist es auch eine schöne Idee, weil die eigenen Kids ja meist nicht so erpicht drauf sind, mit der „Lehrerin-Mama“ zu üben. Das war auch ein Grund für die Erstellung der Stationen …

    2. Wow, super tolle Ideen! Einige davon werde ich auf jeden Fall umsetzen. Vielen, vielen Dank dafür.
      Cool finde ich vor allem die Idee mit der riesigen Tastatur. Macht ihr das nur in der Sporthalle oder habt ihr so viel Platz im Klassenraum?

    3. Viele schöne neue Ideen hast du da wieder gesammelt und gezaubert! Einfach wunderburgbar! Danke fürs Teilen! Und schön, dass du eine eigene Blogseite hast! Gratuliere!

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